Unsichtbares Indonesien Weisse Welle auf hoher See

Von Sarah Oliver For The Mail On Sunday

Indonesien hat meine Jungs in See-Zigeuner verwandelt!

Der unvergessliche Familienausflug einer Reiseberichterstatterin auf einer Reise in die entlegenen Gewässer unzähliger vulkanischer Inseln.

Eine SeaTrek-Kreuzfahrt führt um die weniger bekannten Inseln Indonesiens herum, von denen viele nur mit dem Boot erreichbar sind. Abenteuer werden viele geschaffen, vom Schlafen an Deck bis zum Schwimmen mit Mantas und Tauchen mit Schildkröten.

Die Ombak Putih ist ein wunderschönes Pinisi Segel-Schiff die in jahrhundertealter indonesischer Tradition gebaut wurde.

Wenn es eine Erinnerung an die Reise um die Kleinen Sunda-Inseln Indonesiens gibt, die ich mehr als alle anderen schätze, dann ist es der Moment in dem ich einen Haufen Schlafsäcke auf dem Deck unseres Schiffes vorgefunden habe.

Sie waren dort als Einladung zum Abenteuer. Verlassen Sie Ihre Kabine, sagten sie, und schlafen Sie an Deck. Träumen Sie unter dem Dach südlicher Sterne und wachen Sie in der rosa-goldenen Glückseligkeit des Tagesanbruchs auf See auf.

Ich musste nicht zweimal fragen.

Es gab viele andere perfekte Momente auf unserem Segeltörn. Ich hätte den Morgen wählen können, an dem der Mond in den Krater des großen Vulkans Rinjani auf Lombok zu fallen schien.

Oder unser Besuch auf der Insel Rinca, wo wir eine Begrüßungsparty mit vier Komodowaranen mit ihren Schlitz-Augen hatten und deren gespaltete Zungen sich in- und aus ihren gewaltigen Mäulern schlängeln.

Vielleicht hätte ich mir das Stück aussuchen sollen, in dem wir im offenen Wasser mit Mantarochen geschwommen sind, 15 Fuß breit von einem zum anderen Flossenende, oder wir hielten den Atem an und tauchten, um Schildkröten mit Panzern zu sehen, die größer sind als ich es bin, in den Untiefen vor Siaba Island.

Für mich ging es nur um die Schlafsäcke.

Es ist nicht so, dass die Kabinen des Ombak Putih nicht bequem sind – sie haben kühlweißes Leinen, balinesische Batik und poliertes Holz. Die Freiheit, mit meinem Mann Ciaran und den Söhnen Rufus, 13, und Felix, 9, an Deck zu schlafen, hielt den freien Geist dieser Reise durch das Floresmeer fest. Eine Woche lang segelten wir von allem außer einander weg.

Indonesien ist einer der größten Archipele der Welt. Seine großen Inseln laden seit Jahrhunderten die Neugierigen ein: Java, Bali, Sulawesi, Borneo, Sumatra.

Aber die meisten der Tausenden von Landmassen, die den Atlas hier unten besprenkeln, haben weniger bekannte Namen und sind weit weg vom Touristenpfad. Du kannst sie nicht erkunden, wenn du nicht mit dem Boot fährst.

Heute verbinden sie immer noch die Kluft zwischen Rucksacktouristen, die sich die Zeit nehmen, um mit der Geschwindigkeit von Fischern zu reisen und Promis, wie dem Kardashian Clan, der letztes Jahr eine Yacht anmietete, um eine Episode von „Keeping Up With The Kardashians“ im Komodo Nationalpark zu drehen.

Auf einer SeaTrek-Kreuzfahrt benötigen Sie jedoch eher eine ‘rash vest’ und Riffschuhe als ein Cocktailkleid.

Unter der Leitung von Reiseleiterin Nita setzten 18 von uns von der Insel Flores aus Segel. An Land hatten wir das Bergdorf Melo besucht, um einen „Caci“ zu sehen, den rituellen Tanz, der von indonesischen Kriegern mit Peitschen und Hörnern, Gürteln und Rattanschilden aufgeführt wurde. Ich hatte dort eine Betelnuss gekaut.

Aber es war nicht das, was mein Herz höherschlagen ließ: Es war das Boot. Ombak Putih bedeutet „Weiße Welle“ und ich sah sie zum ersten Mal, vor Anker mit aufgerollten Segeln, dieser Anblick ließ mich nach der Romantik unserer Reise lechzen. Sie ist eine kopfdrehende, schöne 138fuß lange Pinisi, eine zweimastige Eisenholz-Ketsch, die in jahrhundertealter indonesischer Tradition gebaut wurde.
Für Rufus und Felix wäre unser neues Zuhause ein Spielplatz mit Laufstegen, Leitern und Luken.

Innerhalb weniger Minuten waren sie von den Stufen „leicht“, dem Oberdeck „whoah“ und dem Bugspriet „aaaargh!“ ins Meer gesprungen. Am Ende des ersten Tages hatten mit der zehnjährigen New Yorkerin Elizabeth zusammen eine Drop-in-Kartenschule (Uno) im Salon eingerichtet. Am Ende des zweiten Tages hatten sie entdeckt, dass die 14-köpfige Crew das Beste zu bieten hatte.

Von da an wurden Seekajaks in Richtung Horizont gepaddelt (mit einem Beiboot, das in diskreter Entfernung patrouillierte) und Paddelbretter zu Wakeboards gemacht, wann immer sie die Beibootpiloten überreden konnten, „Donuts“ in einer einsamen Bucht zu drehen. Scream if you want to go faster‘ ist anscheinend eine internationale Sprache.

Das tägliche Leben wurde zu einem verschwommenen Erlebnis beim Schnorcheln an Orten, an denen unser Boot das einzige am Horizont war, beim Strandwandern an weit entfernten Ufern, beim Beobachten von Sonnenaufgängen, mit einer Kaffeetasse in der Hand und Sonnenuntergängen begleitet von einer kalten Dose Bintang, Indonesiens malziges Lagerbier. Ankommen an wilden und schönen Orten, über eine spritzende Gischt oder einen verwitterten Steg mit kreisenden Seeadlern, wurde zu dem, was wir taten.

Auf Komodo spielten wir auf unverwechselbarem rosa Sand, der aus gemahlenen Korallen in der Farbe des Blutes besteht. Auf Sangeang beobachteten wir Bootsbauer, die an einem weiteren Pinisi arbeiteten, dessen Skelett von Bambusgerüsten gehalten wurde.

Wir liebten die mystische Insel Satonda, wo wir im Motitoi-See schwammen, der 1815 durch den Ausbruch des Mount Tambora entstand. Der folgende Tsunami spülte das Meer in den Krater des Vulkans Satonda, wo es noch heute gefangen ist.

Auf der Insel Bungin erkundeten wir ein Dorf der Bajauer, Seezigeuner, die ihre Häuser auf Stelzen bauen, begleitet von der lokalen Band und zwei Dutzend Kindern.

Das Wasser ist so salzig, dass man mühelos schweben kann und es hinterlässt beim Herausklettern eine salzige Kruste auf den Lippen – man sollte dieses Erlebnis nicht verpassen, denn die rutschige Wanderung zum Kraterrand ist reich an Schmetterlingen.

Eines Abends sahen wir Tausende von Fledermäusen, die aus ihren Mangrovenhäusern flohen, die vor den schokoladigen Bergen liegen. An einem anderen Morgen tauchten wir in das helle Wasser vor dem palmengesäumten Atoll von Bedil mit seinen Korallengärten und reichen Fischbeständen.

In unserer letzten Nacht, als wir die turbulente Meerenge zwischen Lombok und Bali überquerten, schickte mich der Seegang schließlich von meinem Außenbett zurück in meine Kabine, wo das laute Knarren des Rumpfes die Geschichte von Wind und Wellen draußen erzählte.

Wir als Familie reisen nur individuell und selbstständig. Ich war mir nicht sicher, was ich davon halten würde, wenn jemand, wenn auch auf einem Boot, eine Glocke läutet, um mich für etwas zu rufen.

Schlussendlich hat uns diese Reise mit ihren „Bitte bedienen Sie sich“-Schlafsäcken aber nicht nur das unsichtbare Indonesien gezeigt, sondern uns auch befreit.

 

Published: 14:31 BST, 13 September 2019

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