Plankenpuzzle, sechs Manta Rochen und eine Tarzan-Schaukel

Salz auf der Haut. Den Wind im Haar. Die Lieder der Wellen in unseren Ohren. Die Welt des Meeres in unserem Blickwinkel. Die leichte Gischt des Dhingy-Beibootes, das uns zu ihr bringt, streichelt unsere Gesichter. Kennt Ihr das, wenn das Blut in Schüben immer schneller Richtung Herz stößt, bis die Aufregung kaum noch auszuhalten ist? Genauso ist es … in diesem Moment der Einfahrt in den Hafen von Labuan Bajo. Fünf Nächte Abenteuer liegen vor uns. Fünf Nächte zu Gast da draußen auf dem ruhigen, glitzernden Wasser. Sie wartet schon auf uns. Sie, Katharina – welche sie wohl ist? Zwölf aufgeregte Augenpaare schauen sich fragend an. Wir alle brennen darauf, den ersten Blick auf das Segelschiff zu erhaschen. „Da vorne liegt sie“, sagt unser Begleiter Dede. Das Abenteuer kann beginnen!

Katharina ist das kleinere der beiden SeaTrek Sailing Adventures Schiffe. 13 Crew Mitglieder bei 12 Gästen – wir staunen. Katharina ist ein traditionelles Pinisi-Holz-Segelschiff und erstrahlt wie eine Prinzessin in vollem Glanz mit nagelneuem Holzdeck. Für ihren Bau gibt es keine Anleitung. Planke für Planke, Niete für Niete, Segel für Segel – so, wie die Väter es von ihren Vätern gelernt haben. Und die haben es von ihren Vätern gelernt ohne Bauplan, mit viel Geduld und einem Gefühl für die richtige Planke am richtigen Platz. Eine Tradition, die uns heute als Gäste trägt.
Die Weiten des indonesischen Archipels liegen vor uns. Was wohl unter uns liegt? Wir schnappen uns die Schnorchel-Sachen und hüpfen ins Dhingy. Werden wir die riesigen Manta-Rochen tatsächlich sehen? Wie weit mögen sie wohl entfernt sein? Können wir überhaupt etwas erkennen oder sind sie zu tief unten? Kaum sitze ich, höre ich Emmas Stimme: „Get in the water“. Jetzt nur nicht in den Flossen verhaken oder dem Nachbarn beim kunstvollen Drehsprung ins Wasser in den Bauch stoßen! Den Schnorchel hätten wir auch direkt im Boot lassen können, weil uns allen die Luft wegbleibt: Sechs Manta Rochen, genau unter uns. Versunken in ihrem natürlichen Umfeld und beeindruckender als ich es je zu träumen gewagt hätte. Glückselig und völlig gedankenverloren lassen wir uns eine Weile mit ihnen treiben … was für anmutige und faszinierende Tiere, sie schweben förmlich in aller Ruhe durchs Wasser! Das sind die Momente, aus denen Abenteuer gemacht werden. 

Noch heute strahlen unsere Augen bei der Erinnerung an die Tage zu Land und zu Wasser zwischen Bali und Flores. Wie zerbrechlich das ganze Ökosystem tatsächlich ist, wurde uns allen auf dieser Reise sehr bewusst. Es ist nicht das Hochpolierte, Vorzeigbare was wir mit SeaTrek erkunden. Es ist das wahre Leben auf den Inseln, die der Tourismus noch größtenteils unberührt gelassen hat. Mit Kindern an der Tarzan-Schaukel den Wasserfall hinunter zu schwingen, die ein Leben ohne das Wasser nicht kennen – hier müssen wir nicht die gleiche Sprache sprechen. Bei dem Spaß muss nämlich gar nicht gesprochen werden. Wir verstehen uns auch so!


Möchtet Ihr Teil meiner Reise werden? Dann taucht hier 20 Minuten lang ab mit mir!

Und lest hier auch einen weiteren Erfahrungsbericht aus der FAZ vom 25.07.2019

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