Geschichten aus Natasa’s Reisetagebuch Der Blick fürs Wesentliche ... ein Besuch im neuen Six Senses Fiji

Ich sitze auf dem Bug des Yasawa Flyers, eine starke Brise weht mir um die Nase, die Gischt spritzt mich nass und ich strahle über das ganze Gesicht, während Inselperlen an meinen Augen vorbeiziehen. Erst gestern sind wir in Nadi gelandet, haben das Land der langen weißen Wolke, das schönste Ende der Welt hinter uns gelassen und uns aufgemacht zu neuen Ufern, bildlich gesprochen. Jetzt denke ich mir: „Wer hat denn eigentlich beschlossen, dass Neuseeland das schönste Ende der Welt ist? Bestimmt war dieser jener noch nie hier!“ Denn ganz ehrlich: Mutter Natur hat es ganz schön gut gemeint mit Fidschi … saftgrüne, hügelige Inseln, teils zerklüftet und unwegsam. Teils sanft und einladend, ein Traumstrand löst den nächsten ab. Wir halten an jedem Inselresort, die Namen dröhnen aus den Lautsprechern, einer vielversprechender als der andere. Paradise Cove, Blue Lagoon, Barefoot Resort – sie alle warten auf die aufgeregten Touristen, die von Board gehen um das Ende des Jahres gebührlich unter Palmen ausklingen zu lassen. Es ist der 29.12.2017.

Und wir? Bleiben sitzen, bis wir hören: „Last Stop – Paradise Cove Resort – everybody disembark please – Happy New Year”. Doch das ist nicht das von uns ausgewählte Refugium, wir haben uns ganz bewusst anders entschieden. Wir wollten das wahre, raue und unpolierte Fidschi kennenlernen, ohne obligatorisches Sylvester-Menü, das kleine Schwarze wäre in unseren Rucksäcken eh zerknittert. Vor allem aber wollten wir ganz nah an den Menschen sein die diese Inseln ihr Zuhause nennen, mit ihnen sein, sie in unser und uns in ihr Leben lassen. 5 Tage lang.

Nun waren wir da, in unserer „Bure“ (fidschianisches Häuschen) im Malakati Village – ein Inseldorf, bestehend aus nur einem Familienclan (immerhin 150 verwandte Seelen) und dem Pfarrer. Es gibt Regeln, das ist mit das Erste, was uns Pfarrer und Chief als Willkommensgruß auf die Nase drücken. Regeln, an die wir uns gerne halten, wir wollen respektvoll mit den Riten und Lebensgewohnheiten der Dorfbewohner umgehen, denn wir spüren sehr schnell: es ist ein ganz besonderes Privileg, hier zu Gast sein zu dürfen. Eines, das zwar nicht viel Geld kostet und doch unbezahlbar ist.

Diese 5 Tage im Malakati Village waren die prägendsten unserer gesamten Reise der 100 Tage um die halbe Welt. Warum? Weil wir gelernt haben, wie einfach es ist glücklich zu sein, wie zahnloses Lächeln verzaubern kann, wie wenig man haben muss um sich selbst als reich zu bezeichnen. Wie fröhlich Kinder sein können, deren einziges Spielzeug Muscheln sind. Wie tief ein familiärer Zusammenhalt sein kann – und wie bedeutsam für jeden einzelnen. Wie wichtig es ist, die eigene Komfortzone zu verlassen. Und zu guter Letzt: wie ein starker Glauben an Gott sogar gegen Naturkatastrophen hilft.

 

Warum ich Euch all‘ dies erzähle, hat es doch augenscheinlich nichts mit dem neuen Six Senses Fiji zu tun?

Weil es das doch hat, denn wer nach Fidschi reist, 24 Stunden Flug auf sich nimmt, der tut dies nicht, um „nur“ in einem schönen Resort zu urlauben. Das geht auch mit viel weniger Aufwand, Flugzeit und sicherlich geringeren Kosten. Wir sind nach Fidschi gereist um dem Zauber der Menschen zu erliegen, ihr Leben kennenzulernen, aus dem diese strahlende Lebensfreude entstammt. Und wir würden es immer wieder tun, wir haben Freunde gefunden, die uns in ihr Leben gelassen haben und uns nicht vergessen werden. Und wir sie auch nicht.

Unser letzter Tag in Fidschi startete erneut in Port Denarau, es ist gewissermaßen das Nusa Dua von Fiji, ein touristisches Epizentrum des Inselstaates, das vieles ist, nur eins nicht: authentisch. Viele Touristen schätzen es, denn es ist westlich arrangiert, komfortabel und gepflegt. Angenehm für eine An- und Abreise auf die Inseln, sicherlich, aber (für meinen Geschmack) nicht mehr. Hier steigen wir in das glänzend-weiße Speedboat und beim duftenden, kalten Frotteetüchlein kommt ein wohliges Gefühl in mir auf: ich bin wieder Zuhause, bei Six Senses. 45 Minuten nur dauert die Überfahrt nach Malolo Island, vorbei an den Mamanucas und Fidschis neuestem Yuppie-Hangout, der Cloud 9.

Malolo Island ist (zum Glück) nicht ganz so verankert auf Fidschis touristischer Landkarte, es hat sich noch sehr viele von seinen wahren Inselwerten erhalten. Vor einer Woche ist der Chief von Malolo Island verstorben; Jason Kruse, unser GM war bei der Beerdigung und erzählte mir, dass er noch nie so etwas Bewegendes erlebt hätte. Eine tiefe Trauer, die Fidschianer allerdings gerne „wegfeiern“ und mit Gesang und ganz viel Kava (ein Zaubertrank, der sicherlich auch zur Lebensfreude dieses Volkes beiträgt) die Seele des Chiefs gen Himmel schicken. Wenn man sterben muss, dann hier denke ich mir …

Das Resort selber ist noch im Bau als wir es besuchen, in der Endphase, am 15. April wurde Eröffnung gefeiert. Man hat es sich aber nicht nehmen lassen, uns ein wahres Six Senses Erlebnis zu zaubern: in einer eigenen „Residence“ mit Chefkoch, frischen Smoothies und Privatpool durften wir tun und lassen was wir wollten - uns für einen Tag im Luxus aalen, ein Volltreffer für Backpacker-Seelen!

Mit vollen Bäuchen gehen wir auf Erkundungsfahrt mit Buggy durch die unfertige Anlage … und im Geiste mache ich eine Schnitzeljagd und suche insgeheim nach den Six Senses Markenwerten.

Die Lage, fernab von ausgetretenen touristischen Pfaden, wo die Anreise zum Erlebnis wird? Check.

Ein authentischer Stil, der mit lokal verfügbarem Material gebaut wurde, wo die Destination sofort sicht- und spürbar ist? Natürlichkeit ersetzt Opulenz. Check.

Bewusst anders sein, den Gast zum Schmunzeln bringen? Definitiv – viele kleine Details in den Villen sind so typisch Six Senses, dass mir das Herz aufgeht und aus den Erzählungen von Rose und Jason, dem Duo aus Marketing und GM, weiss ich jetzt schon, die haben es verstanden und wissen was mit „fun & quirky“ gemeint ist.

Das Portfolio an Erlebnissen ist eines der umfangreichsten, die ich persönlich von Six Senses kenne. Unter und über Wasser liegt auf der Hand, inklusive Wellenreiten und Ocean Clean-up, um dem Nachhaltigkeitsgedanken treu zu bleiben. Aber auch Begegnungen mit den Dörfern auf Malolo lassen mein Herz höherschlagen, denn ehrlich, das ist für mich DER Reisegrund schlechthin. Und das diese Begegnungen hier genauso ausfallen, wie ich sie selber erlebt habe, da habe ich keinen Zweifel.

Während Noah im Pool unserer Residenz Köpfer übt, beschliessen Jens und ich, Fidschi wieder zu besuchen. Wir wollen unsere Freunde wiedersehen, wollen Noah in 4 Jahren, wenn er Tauchen darf, die Unterwasserwelt zeigen und wollen sehen, wie unser Six Senses Fiji sich entfaltet hat, wollen die Fidschianer kennen lernen, die hier arbeiten werden, denn wir wissen jetzt schon …. sie werden ganz besondere Menschen sein. Das ist das Six Senses Versprechen.

Am Abend steigen wir wehmütig und mit Tränen in den Augen in die Fiji Airways ein, die uns in 9 Stunden sicher und gemütlich nach Singapur fliegt. Ein letztes BULA der lächelnden Crew und von unseren Herzen ein tiefes VINAKA LEVU FIJI, Du hast uns verzaubert.

 

 



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